Das Angebot

Eine Essstörung belastet sowohl die Betroffenen selbst als auch die Angehörigen. Bei allen löst die Erkrankung oft große Unsicherheit, Sorge, Schuld oder Ärger aus. Viele fühlen sich hilflos und alleingelassen. Unsere Onlineberatung bietet daher allen Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit Essstörungen die Möglichkeit, sich Unterstützung zu suchen – unabhängig davon, ob die/der Betroffene selbst in Behandlung ist.

bundesweit    schnell    sicher    kostenfrei
vertraulich    auf Wunsch anonym

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Ein Angebot von

Waage e.V. - das Fachzentrum für Essstörungen

Für Wen?

Betroffene

Sie suchen nach professioneller Beratung, Hilfsmöglichkeiten und Orientierung bei Fragen rund um das Thema Essstörung?

Angehörige

Sorgen Sie sich um jemanden den sie kennen und suchen Entlastung, Unterstützung und Möglichkeiten eines hilfreichen Umgangs?

Fachkräfte

In Ihrem beruflichen Kontext tauchen Fragen zum Thema Essstörung auf? Sie suchen nach fachlicher Unterstützung?

Chat-Beratung

Chat Essstörungen

Schreiben Sie uns Ihre Fragen über unser geschütztes Formular oder buchen Sie einen Chat mit einer Beraterin.

Mail-Beratung

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Außerordentlich

Fortbildungen, Workshops, Aktionen, Medientipps. Weitere, wechselnde Angebote finden Sie auch unter „Aktuelles“ und in der Mediathek.

Wissenswert

Datenschutz
Wir nehmen den Schutz Ihrer Daten sehr ernst. Für unsere virtuelle Beratungsstelle müssen Sie kaum persönliche Daten angeben. Erfahren Sie mehr dazu, was wir wie speichern und verwenden:
» Datenschutz

Krise?
Bei akuten Krisen können wir leider keine Hilfe gewährleisten, da wir nicht rund um die Uhr erreichbar sind. Hier finden Sie
» Krisendienste
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Das Projekt

Essstörungen haben sich in den letzten Jahrzehnten in Deutschland zu einer der vorrangigen psychosomatischen Erkrankungen entwickelt. Erhebungen zeigen, dass etwa 5 Prozent aller Mädchen und jungen Frauen zwischen 14 und 35 Jahren an einer akuten Essstörung (v.a. Anorexie und Bulimie) leiden. Weitere 2 – 4 Prozent leiden an einer Binge-Eating-Störung. Aussagekräftige Zahlen zur Prävalenz von Essstörungen bei Jungen und jungen Männern gibt es derzeit nicht. Es wird geschätzt, dass 5 – 10 Prozent der Betroffenen Jungen bzw. Männer sind.

 

Viele der Betroffenen leben in Regionen, in denen der Zugang zu lokalen Beratungsangeboten erschwert ist. Zudem gibt es häufig den Wunsch, zunächst anonym Fragen stellen zu können.

 

Bei einer Essstörung ist das Familiensystem stets mitbetroffen. Die Angehörigen, also Eltern und Geschwister und PartnerInnen erleben den Verlauf einer Essstörung direkt mit. Auswirkungen auf das Miteinander und das Alltagsgeschehen bleiben unvermeidbar.

 

Trotz der o.g. „Mitbetroffenheit“ erfahren Familienmitglieder eines an einer Essstörung leidenden Menschen im psychosozialen Versorgungssystem häufig nur eine punktuelle Unterstützung. Einmalige Beratungsgespräche im ambulanten Setting oder begrenzte Gesprächssequenzen in Fachkliniken (sofern der/die Betroffene überhaupt in Behandlung ist) sind längerfristig unzureichend und können den Bedürfnisse nach Informationen zu Essstörungen, emotionaler Entlastung und der Entwicklung konkreter Veränderungsschritte kaum abdecken. Der Bedarf nach niedrigschwelligen Kontaktstellen und längerfristigen Coaching-Angeboten wurde im Beratungsalltag bei Waage e.V. sehr intensiv nachgefragt.

Allein im Fachzentrum Waage e.V. in Hamburg haben sich im Jahre 2014 ca. 200 Angehörige zum Thema Essstörungen beraten lassen, davon viele online und von außerhalb Hamburgs. Somit entstand die Idee einer eigenen virtuellen Onlineberatung, speziell für Angehörige und unabhängig vom Wohnort.

 

Die Angebotspalette beinhaltet zum einen Email– und Chatberatung, bei der Betroffene, Angehörige und Fachkräfte in sicheren Chatrooms und geschützten Emailformularen im 1:1-Kontakt von uns beraten werden können.

 

Ergänzt wird dieses Angebot durch einen Informationspool zum Thema Essstörungen, sowie eine Mediathek, mit der wir einen multimedialen und abwechslungsreichen Zugang zum Thema Essstörungen zur Verfügung stellen. Hier weisen wir nicht nur auf aktuelle interessante Projekte in Film, Fernsehen, Internet und Zeitung hin, sondern stellen auch unser eigenes Audio-Projekt „Essgeschichten“ vor. Bei „Essgeschichten“ handelt es sich um etwa 10-minütigen Podcasts, in denen Angehörige und Betroffene Einblicke in ihre Erfahrungen mit der Essstörung eines geliebten Menschen gewähren. Prominente geben dabei den Angehörigen ihre Stimme.

Eine „virtuelle Beratungsstelle“ kann o.g. Versorgungslücken in einem ersten Schritt begegnen. Gerade bei Menschen, die aufgrund regionaler Lage oder eingeschränkter Mobilität kein Zugang zu realer Beratung finden, können hier einfach und flexibel erste Unterstützung erhalten. Für alle Beteiligten ist die Auseinandersetzung mit einer Essstörung noch immer mit großen Scham- und Schuldgefühlen verbunden – die Möglichkeit der virtuellen und zunächst anonymen Beratung kann es erleichtern, den ersten Kontakt herzustellen und Wege aus der Isolation zu finden. Auch Verzögerungen im Aufsuchen von essstörungsspezifischen Hilfsangeboten können so vermieden werden (Studien zeigen: Menschen werden online in früheren Erkrankungsstufen erreicht).

 

Informations- und Beratungsformate auf virtueller Ebene können eine wirkungsvolle Ergänzung zu bestehenden ambulanten und stationären Hilfsangeboten im Bereich Essstörungen sein. Anders herum gesprochen ist psychosoziale Onlineberatung aus unserer Sicht in der Zukunft ein unverzichtbarer Teil eines bedarfsgerechten und integrativen psychosozialen Versorgungsnetzwerkes im Bereich Essstörungen.

 

Mit unserer virtuellen Beratungsstelle sprechen wir mitnichten nur die jüngere Generation an. Gängigen Statistiken zufolge hatten im Jahr 2013 bereits 76,5 % unserer Bevölkerung einen Zugang zum Internet. Unsere speziellen Beratungsformulare bieten hohen Datenschutz und sind sehr einfach zu bedienen und ähneln bekannten Mail- und Chatprogrammen. Menschen, die mit dem Internet noch fremdeln, bieten wir in Form einer Telefonsprechstunde auch gern eine kleine Einführung in die Onlineberatung an. Häufige Fragen zu Onlineberatung beantworten wir hier.

Unsere Hauptziele sind:

 

  • Informationen über Essstörungen individuell vermitteln und dabei helfen, die Dynamik einer Essstörung zu verstehen
  • Orientierung und Sicherheit durch fachlich fundiertes Wissen geben, um einen sichereren Umgang mit der Essstörung zu entwickeln
  • Unterstützung in der Gestaltung des Zusammenlebens bieten und helfen, eine neue Sprache und Umgang miteinander zu finden
  • Dabei helfen, Strukturen zu entwickeln, die die Selbsthilferessourcen aller Beteiligten aktivieren (Hilfe zur Selbsthilfe)
  • Angehörigen Entlastung bieten, Ohnmachts- und Schuldgefühlen im Zusammenhang mit der Essstörung entgegenwirken

Bei unserer Beratung gehen wir stets professionell und verantwortungsbewusst mit den Möglichkeiten und Grenzen unserer Onlineberatung um. Sollte sich bei KlientInnen ein Therapie- oder über die Onlineberatung nicht aufzufangender Beratungsbedarf herausstellen, kann dies im Kontakt besprochen und die/der Klient/in bei der Suche geeigneter Angebote unterstützt werden.

Auf gesellschaftlicher Ebene trägt unsere virtuelle Beratungsstelle folglich dazu bei, familiären und persönlichen Überlastungen und sekundären Gesundheitsrisiken vorzubeugen, kollektives Wissen nutzbar zu machen und das Thema Essstörungen im gesellschaftlichen Bewusstsein zu enttabuisieren.